Bei aller Kritik: Der LVB lässt die Türe offen!
Inhaltliche Harmonisierung: Ja!
Strukturelle Harmonisierung: Nein!
Der LVB hat die Medienberichte, die von seiner umfassend ablehnenden Haltung gegen das Konkordat Sonderpädagogik und eine schweizweite Harmonisierung berichten, zur Kenntnis genommen. Der LVB nimmt mit seiner Haltung seine Verantwortung für die Lernenden und Lehrenden wahr und möchte dem Stimmbürger vermitteln, wofür er gegebenenfalls bei einer Zustimmung sein Geld ausgibt. Es ist uns aber auch ein Anliegen, die Darstellung in den Medien mit positiven LVB-Signalen zu ergänzen, welche bisher ausgeblendet wurden.
Konkordat Sonderpädagogik
Der LVB würde einer integrierenden Sonderpädagogik zustimmen, wenn sie nicht vorzugsweise, sondern unter Beachtung des Wohles und der Entwicklungsmöglichkeiten des behinderten Kindes und der Belastbarkeit der betreffenden Klasse ermöglicht würde.
Harmonisierung
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Strukturänderungen im Bildungswesen keine Optimierungen bringen. Beispiele dafür gibt es viele, auch in der Schweiz und sogar im Bildungsraum. Zudem gab die immer wieder angesprochene Volksabstimmung zur Harmonisierung weder konkrete Strukturänderungen vor noch wies sie den Finanzbedarf aus. Da ist es nicht erstaunlich, wenn das Stimmvolk inklusive Lehrerschaft zugestimmt hat. Die Komplexität einer solchen Unternehmung wurde in der Folge den Verantwortlichen erst nachträglich bewusst. Eine auf Daten und Fakten beruhende nochmalige Prüfung des Anliegens muss möglich sein.
Der LVB machte sich von Beginn weg stark für eine schweizweite Harmonisierung der Bildungsstandards aufgrund eines deutschschweizerischen Lehrplans (Lehrplan 21) mit gut angelegten Leistungstests, die die Vergleichbarkeit garantieren und die am Ende klar definierter Schuljahre, z.B. nach dem 3., 6. und 10. Schuljahr stattfinden müssten. Dabei würde es keine Rolle spielen, welcher Schulstufe die Schuljahre zugeordnet wären. Die Kantone behielten die Bildungshoheit und es wäre ihre Sache zu entscheiden, wie die schweizweit gesteckten Ziele am besten zu erreichen wären. Ein gesunder interkantonaler Wettbewerb würde zudem spielen.
Es bräuchte nur einen kleinen Teil des damit nicht benötigten Geldes, um eine griffige Vorschulförderung und Massnahmen für insistierendes Lernen umzusetzen. Da müsste man ansetzen, wenn Optimierungen für die Kinder und Jugendlichen wirklich das Ziel sind.
Der LVB befürwortet neben einer inhaltlichen Harmonisierung mit einheitlichen Bildungsstandards, gemeinsamem Lehrplan und vergleichenden Leistungstests eine griffige Vorschulförderung, bedarfsgerechte Tagesstrukturen und Massnahmen für insistierndes Lernen.
Im Gegensatz zu Strukturänderungen könnten unter der Bedingung von gut vorbereiteten Konzepten mit diesen Massnahmen echte Verbesserungen erreicht werden.
Bea Fünfschilling, Präsidentin LVB

