Das FQS-Starterkit ist ein Gemeinschaftsprodukt des Lehrerinnen- und Lehrervereins Baselland LVB und der Pädagogischen Arbeitsstelle des Dachver-bands Schweizer Lehrerinnen und Lehrer LCH. Wesentliche Entwicklungsarbeit wurde von der Pädagogischen Arbeitsstelle LCH geleistet. Das Konzept stützt sich auf die praktischen Erfahrungen mit FQS-Arbeit an Kin-dergärten, Primarschulen, Schulen der Sekundarstufe I, Gymnasien und Berufsschulen im In- und Ausland.
Zweck
Es ermöglicht den interessierten und zur Wahl eines
Instruments der Selbstevaluation verpflichteten Schulen den selbständigen
Einstieg und Betrieb.
Individuelle Ausführung
FQS kann und soll auf die Bedürfnisse der Schulen
individuell zugeschnitten werden. Das Paket bietet eine Anleitung zum
Eigenbau eines qualifizierten Systems der Selbstevaluation. Innerhalb der
definierten FQS-Standards besteht eine freie Gestaltungsmöglichkeit. Voraussetzung für die
Durchführung sind die Grundlagen der Organisationsentwicklung von Schulen. Die
Schule beschafft sich den erforderlichen Entwicklungs-Support bei der Einführung
individuell.
Zertifizierung
Schulen, deren Selbstevaluation
den Standards des FQS entspricht, können ihre Praxis zertifizieren lassen. Die
Pädagogische Arbeitsstelle LCH vermittelt anerkannte Auditoren dafür.
Support und Wartung
Der Hersteller bietet einen
individuell zu vereinbarenden, einmaligen Einstiegs-Support bei der Aufnahme
der Entwicklungsarbeit. Dieser kann honorarpflichtig vereinbart werden vor der
Bestellung und für Schulen in Baselland nach einer Bestellung mit dem Kaufpreis
verrechnet werden. Wird der Support nach der Bestellung in Anspruch genommen,
ist er im Kaufpreis eingeschlossen. Für alle anderen Schulen vermittelt die
Pädagogische Arbeitsstelle LCH Berateradressen. Die Kosten für diese Beratung
sind nicht im Kaufpreis enthalten. Der Hersteller betreibt die
Wartung und Entwicklung des Systems und stellt diese den Lizenznehmern
innerhalb des im Vertrag festgelegten Zeitraums zur Verfügung.
Auf Schulen zugeschnitten
Immer mehr Schulen
wollen oder müssen ihre Qualität systematischer überprüfen. Einige versuchen
das mit Instrumenten, welche ursprünglich aus der Industrie stammen (z.B. ISO
9000ff). Dabei ergeben sich aber Schwierigkeiten bei der Übertragung auf die
Besonderheiten von Schulen. Das
Fördernde Qualitätsevaluations-System FQS ist hingegen konsequent für Schulen
entwickelt worden.
Erprobt und in Betrieb
Entwickelt und
erprobt an Pilotschulen ist FQS seit 1993 von der erziehungswissenschaftlichen
Fachstelle des Dachverbands Schweizer
Lehrerinnen und Lehrer LCH. Seit 1995 führte der Lehrerinnen- und Lehrerverein
Baselland mit 9 freiwilligen Schulen ein Pilotprojekt durch. Dieses fand im
Sommer 2002 einen erfolgreichen Abschluss: Die Schulen betreiben ihr FQS
weiter. FQS wurde mit Erfolg
auf allen Schulstufen vom Kindergarten bis zur Sekundarstufe II erprobt.
Wissenschaftliche Begleituntersuchungen haben mitgeholfen zu verstehen, wo
die Stärken des Verfahrens liegen, auf welche Klippen geachtet werden muss und
welches die Erfolgsbedingungen sind.
Rundum-Feedback
Das FQS verlangt
eine Selbstevaluation des Lehrpersonals nach dem Prinzip des 360°-Feedbacks
aus den vier Richtungen Schüler, Eltern, Kollegium und Schulleitung, ausserdem
eine Selbstevaluation der Schule als Ganzes
in Form von thematisch gefassten Erhebungen.
Personalförderung
Diese Evaluation
wird als Teil der Personal- und der Schulentwicklung verstanden. Sie orientiert
sich an definierten Qualitätsnormen sowie an offenen Problemsituationen. Nicht
die Suche nach Fehlern steht im Vordergrund, sondern das lernende Streben nach
Verbesserungen, nach Erhaltung von Stärken und nach Anpassungen an veränderte
Verhältnisse.
Feedback selber
anlegen und auswerten
Zu den Besonderheiten
des FQS gehört, dass die Lehrpersonen für die Evaluationsarbeit in Q-Gruppen
organisiert sind. Damit entsteht eine systematisch organisierte Zusammenarbeit
von Fachpersonen, die sich unter vereinbarter Vertraulichkeit gegenseitig ihr
Wissen zur Verfügung stellen. Die Lehrpersonen erhalten so die notwendigen
offenen Rückmeldungen und Entwicklungsimpulse, die Leitungs- und
Aufsichtsorgane das für die Schulführung erforderliche Steuerungswissen.
Schulentwicklung
Lehrerinnen und Lehrer sind Fachleute für das Lernen. Mit
dem Fördernden Qualitätsevaluations-System überprüfen sie aktiv die
Wirksamkeit ihrer Tätigkeit und übernehmen Verantwortung für die Entwicklung
ihrer Schulen:
▪ FQS ist ein umfassendes Konzept zur Qualitätsüberprüfung und -entwicklung von Organisationen wie Schulen und ähnlichen Institutionen.
▪ FQS trägt zur Verbesserung des Steuerungswissens bei, das Lehrende und Lernende, Leitungsorgane (Schulleitungen) und Aufsichtsorgane für die Entwicklung der Schulen benötigen.
▪ FQS ermöglicht mit dem Instrument der Selbstevaluation, Erkenntnisse über die eigene Berufstätigkeit zu erlangen und diese in eigener Verantwortung zur Qualitätsoptimierung umzusetzen.
▪ FQS überprüft die vorgegebenen und selbstdefinierten Qualitätsansprüche und zeigt gemeinsame Schulentwicklungsfelder auf.
▪ FQS fördert die berufliche Entwicklung und Zusammenarbeit der Lehrerinnen und Lehrer. Es fördert die Bereitschaft, die eigenen beruflichen Wirkungen und Wirksamkeiten zu erkennen und gegebenenfalls zu ändern. Damit ist FQS den herkömmlichen Inspektionskontrollen überlegen.


