Traktandum 1: Podiumsdiskussion mit Roland Plattner (Generalsekretär BKSD) und Alberto Schneebeli (Leiter der Stabsstelle Bildung)
Thema: Perspektiven für das Gymnasium im Kanton Basel-Landschaft
Michael Weiss fragt die beiden Gäste, wie ihre beruflichte Tätigkeit aussehe.
Roland Plattner bedankt sich für die Einladung. Drei Elemente bestimmen seine Arbeit: Er ist Stabschef, führt ein Generalsekretariat mit ca. 60 Mitarbeitern, die sich um Controlling, Rechtswesen, Schulraumplanung etc. befassen. Unterstützt wird er durch die zwei Stabsstellen Bildung und Hochschule. Zu seinen Aufgaben gehört auch die Koordination der einzelnen Geschäfte der Direktion. Weiter bearbeitet er spezielle Dossiers und Korrespondenzen. Sein zweites Aufgabenfeld besteht in der Kommunikationsverantwortung, und zwar nach innen (BKSD) und aussen (Medien) sowie bei Bedarf direkt in die Schulen (Bsp. Pandemie). Zum Dritten hat er die Leitung spezieller Dossiers inne, z.B. in Bezug auf die Sicherheit (Pandemie) und auch im Zusammenhang mit dem Bildungsraum NWCH, wo es darum geht, den Gesamtprozess zu überblicken und kohärent zu halten. Ein weiteres Beispiel ist die Frage der Sicherheit an Schulen (z.B. Amokläufe), wo es darum geht, sich präventiv oder reaktiv zu organisieren. Grundsätzlich ist bei Roland Plattner kein Arbeitstag wie der andere.
Alberto Schneebeli beantwortet die Frage seinerseits: Drei Bereiche beschäftigen ihn besonders: Zum ersten sind dies Projekte im Schulsektor vom Kindergarten bis zur Sek II, wobei er immer auch mit den Gymnasien zu tun hatte (Strukturreform an den Gymnasium aufgrund der rückläufigen Schülerzahlen, Typenorganisation in der Sek I, Gymnasialreform mit der Einführung der Wahlkurse.). Zum zweiten ist er für die Rückkoppelung mit den jeweiligen Liniendienststellen, die im Mandat der Direktion arbeiten, verantwortlich. Zum dritten beschäftigt er sich mit überkantonalen und internationalen Kooperationen der Schulen, so in der Leitung des vierkantonalen Projekts 'Bildungsraum NWCH' und bei der Auftragsvergabe für die externe Evaluation. Alberto Schneebeli berichtet vor allem von den verschiedenen Projekten an und mit den Gymnasien (Gymnasialverkürzung, Umsetzung des MAR). Rückblickend findet Alberto Schneebeli die Auseinandersetzungen mit den Gymnasien sinnvoll und wichtig. Er sieht die Gymnasien des Kantons BL im schweizweiten Vergleich niveaumässig weit vorne. Fazit: Seine Arbeit umfasst Bildungspolitisches, Strategisches, aber auch viel Praktisches wie zum Beispiel Klassenbildung und Stundentafeln.
Evelyne Balsiger blickt in Hinblick auf den Bildungsraum NWCH in die Zukunft: Es sind schon diverse Arbeitsgruppen am Arbeiten. Die Lehrpersonen sind diesbezüglich etwas unterdotiert. Was ist bereits beschlossen, was nicht?
Alberto Schneebeli Gewisse Parameter sind bereits in Arbeitsgruppen diskutiert worden, zum Beispiel die Freizügigkeit, wobei es sich hier um eine gelenkte Freizügigkeit handelt. Der zweite Parameter ist das vierjährige Gymnasium. Weiter geht es darum, zu schauen, was man aus EVAMAR II macht und wie man Vergleichsarbeiten als Steuerelement benutzt. Alle diese Vorhaben sind auf der Ebene der Projektierung. Mit Herrn Siegrist vom Gymnasium Muttenz wirkt eine Lehrperson der GLK sehr prominent mit und an den Tagungen werden die Verbände angesprochen.
Roland Plattner: Jeder Prozess soll ein Zusammenspiel sein zwischen Praktikern und Theoretikern, und deshalb ist die Kommunikation wichtig. Im Prozess selbst befindet sich die Landratsvorlage in der Endphase der Überarbeitung. Ende Jahr soll das Werk dem Landrat übergeben werden. In den andern beiden Kantonen (SO und BS) soll es gleich laufen.
Evelyne Balsiger: Gibt es überkantonale Bestrebungen, z.B. nur Nivellierung der Arbeitsbedingungen auf dem für die Lehrpersonen schlechtesten im BR NWCH bekannten Niveau?
Alberto Schneebeli: Man wollte zuerst von allen Kantonen das Beste nehmen, doch da es da zu viele sensible Themen gab, hat man beschlossen, vorerst kantonal zu fahren. Aber eine längerfristige Zielsetzung ist es sicher, dem Lehrerberuf überkantonal zu etwas mehr Ansehen zu verhelfen. Einen Geheimplan gibt es nicht.
Roland Plattner: Es stellt sich die Frage, wie man, wenn der Bildungsraum einmal etabliert ist, dafür sorgen kann, dass man sich synchron weiter entwickelt. Diese Frage stellt man sich natürlich jetzt schon, nachdem es ja keinen Staatsvertrag gibt. Aber es ist noch nichts bekannt.
Michael Weiss: Die Akademie der Wissenschaften fordert, dass ein weit grösserer Anteil der Schülerinnen und Schüler studieren soll. Welche Schülerinnen und Schüler sollen das Gymnasium zukünftig besuchen, und woher sollen die Lehrpersonen (es sollen ja selbstverständlich die besten sein) kommen, welche diese Schülerinnen und Schüler unterrichten werden?
Alberto Schneebeli: 1960 war die Maturitätsquote in der CH bei 3.8%. Bis in die 80er war der Kanton BL stolz darauf, dass so viele Schülerinnen und Schüler die Matura machen. Die Forderung der Akademie ist wahrscheinlich nicht so weit weg, und dass die Tertiärstufe auch über die Berufsmatura erreicht werden kann, sieht man oft nicht. Mit der Globalisierung nimmt der Qualifikationsanspruch natürlich zu und immer mehr Leute sollten einen Tertiärabschluss machen. Es geht aber immer um die gesamte Sek II. In der letzten Zeit gewinnt die Berufsmatura an Popularität. Die Gymnasien haben eine klare Funktion: Sie sollen die Begabten in die universitäre Richtung leiten. Die Festlegung von minimalen Bildungsstandards und deren Überprüfung haben dabei einen festen Platz, es ist aber klar, dass das Gymnasium viel mehr sein muss, als was durch Minimalstandards festgelegt wird.
Roland Plattner: Im Sinne eines Enrichments kann man besonders begabte Schülerinnen und Schüler an weiter führende Institutionen schickten. Bezüglich Studienquote verweist er auf die Sonderausgabe der BaZ zum Thema Berufsbildung und Weiterbildung. Aus strategischer Sicht hat die Einsicht, dass Bildung ein wichtiges Gut ist, Eingang in die Strategiepapiere gefunden.
Alberto Schneebeli: Die Rekrutierung der Lehrpersonen ist teilweise tatsächlich zu einem grossen Problem geworden, für das noch keine befriedigende Lösung gefunden wurde.
Karin Joachim: Gibt es denn konkrete Strategien für das zukünftige Gymnasium?
Alberto Schneebeli: Das Gymnasium ist innerhalb des Reformprojekts die letzte Stufe. Mögliche Veränderungen am Gymnasium beeinflussen die übrigen Teile des Reformprojekts daher nicht so stark und werden zudem erst zuletzt wirksam.
Traktandum 2: Protokoll der letzten GV (MW)
Das Protokoll wird verdankt.
Traktandum 3: Verabschiedung von Karin Joachim
Die Arbeit, die Karin Joachim als Co-Präsidentin für den GBL geleistet hat, wird herzlich verdankt. Unter grossem Applaus überreicht Martin Meury ihr einen Korb voll lokaler Spezialitäten.
Traktandum 4: Jahresbericht (MW)
Michael Weiss rekapituliert kurz die wichtigen im Jahresbericht festgehaltenen Ereignisse der vergangenen Verbandsjahrs.
Traktandum 5: Schwerpunkte des nächsten Verbandsjahrs (CO)
Als Schwerpunkte des nächsten Verbandsjahrs werden genannt: Die weitere Unterstützung der Fachschaften BG und Sport in ihrem Kampf für eine gerechtere Entlöhnung, die Frage der Mentoratsentschädigungen, die Aufstockung des Schulpools und die Frage der Entschädigung für den Erwerb von Lehrmitteln zu Unterrichtszwecken.
Traktandum 6: Wahlen (CO)
Martin Meury wird neu in den GBL-Vorstand gewählt. Evelyne Balsiger und Michael Weiss übernehmen das Co-Präsidium.
Christian Oehrli übernimmt von Michael Weiss das Amt des VSG-Delegierten.
Traktandum 7: Jahresrechnung und Budget (EB)
Die Jahresrechnung 08/09 weist einen (einmaligen) Überschuss von rund 3000 Fr. auf, der durch die Rückzahlung von erstatteten Prozesskosten (Fachschaften BG und Sport) entstanden ist. Das Vereinsvermögen beläuft sich auf knapp 22'000 Fr.
Die Jahresrechnung wird ohne Gegenstimme angenommen.
Traktandum 8: Festsetzung des Mitgliederbeitrags (EB)
Evelyne Balsiger beantragt, den Mitgliederbeitrag bei 30 Fr. zu belassen. Dieser Antrag wird ohne Gegenstimme angenommen.
Traktandum 9: Varia
Karin Joachim sucht eine Nachfolgerin / einen Nachfolger als Vertretung des Gymnasiums Liestal im Vorstand des GBL.
Martin Meury stellt das neue Logo des GBL vor.

