Bildungsraum Nordwestschweiz: Vierkantonale Arbeitsgruppen
Seit 2009 arbeiten 4 vierkantonale Arbeitsgruppen an Harmonisierungen in den Kantonen AG, BL, BS und SO auf der Stufe Gymnasium. Die Themen dieser Gruppen sind
- Freizügigkeit, Autonomie, Wettbewerb
- Begabungsförderung und Individualisierung
- Leistungstests, Orientierungsarbeiten, Maturprüfungen
- Konsequenzen aus EVAMAR II
In jeder Gruppe ist 1 Schulleitungsmitglied pro Kanton vertreten, in den Gruppen 2 und 3 auch je eine Lehrperson, wobei diese in Gruppe 2 von den Schulleitungen, in Gruppe 3 von den Personalverbänden bestimmt hätte werden sollen. Für den Kanton Basel-Landschaft sass mit Jürg Siegrist ein Vertreter der GLK in der Arbeitsgruppe, wovon der GBL erst im Nachhinein erfuhr. Da die GLK eine amtliche Konferenz und im Gegensatz zum GBL kein Personalverband ist, war diese Stelle bislang falsch besetzt. Nun hat mit dem Ausscheiden von Jürg Siegrist aus dem GLK-Vorstand aber Michael Weiss seinen Platz eingenommen.
Die Ziele der Arbeitsgruppe 3 wurden mit der Erarbeitung vereinheitlichter Rahmenbedingungen für die schriftlichen Maturitätsprüfungen im Kanton Baselland zu einem Grossteil bereits am SCHILF 2010 erfüllt. Gemäss Aargauer Modell wird es in Zukunft für die schriftlichen Maturitätsprüfungen keine Experten, sondern kantonale Ressortleitende geben, welche in Zusammenarbeit mit einem Fachschaftsverantwortlichen pro Gymnasium die Prüfungen begutachten und genehmigen. An einer Schule müssen die schriftlichen Maturitätsprüfungen im Grundlagenfach zukünftig identisch sein. Rahmenbedingungen für die mündlichen Prüfungen (z.B. Anzahl der zu lesenden Bücher, Vorbereitungszeit usw.) werden innerhalb der kantonalen Fachschaften ebenfalls festzulegen sein.
Löhne
Nachdem die Teuerung in der Periode von November 2008 bis Oktober 2009 mit -0.3% negativ ausgefallen war, kam der Baselbieter Finanzdirektor auf die Idee, diese mit den immer noch ausstehenden 0.6% Teuerung aufzurechnen. Dieses Ansinnen wurde auch vom Landrat als schäbig beurteilt, und er erteilte ihm in seiner Sitzung vom 9. Dezember 2009 eine deutliche Abfuhr.
Sparmassnahmen
30 Millionen? 40 Millionen? Wild geisterten die Zahlen herum, wie viel im kommenden Budgetjahr in der Basellandschaftlichen Bildung gespart werden sollte. Am Schluss sind wir nun bei 12 Millionen angelangt. Bedenkt man, dass dieser Betrag fast nur bei den Sekundarschulen zu holen ist, müssen wir uns immer noch auf einscheidende Massnahmen gefasst machen. Eine erste wurde bereits beschlossen: Die Sistierung der OA 2011. Wir hoffen, dass sie den Verantwortlichen weh tut.
Harmos, Sonderpädagogik, Verlängerung der Gymnasialzeit auf 4 Jahre
Wie in der gesamten Lehrerschaft sind auch auf der Stufe Gymnasium die Meinungen zu Harmos, Frühfremd und dem Konkordat Sonderpädagogik geteilt. Der GBL als Vertreter des nur indirekt betroffenen Gymnasiums hat in diesen Punkten bewusst auf eine Positionierung verzichtet, setzt sich dafür aber umso intensiver für die Verlängerung der Gymnasialzeit auf 4 Jahre ein. Er hat bewirkt, dass der LVB für die entsprechende Vorlage explizit die Ja-Parole herausgegeben hat, und er hat sich mit einem Gastbeitrag in der BaZ auch öffentlich positioniert. Die Befürchtung, dass viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Zuge der Ablehnung von Harmos und Sonderpädagogik auch noch ohne zu differenzieren die fünfte Bildungsvorlage ablehnen, ist damit sicher nicht gebannt, was dagegen zu unternehmen in unserer Macht liegt, haben wir aber getan. Das Resultat der Abstimmung stand zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses dieses Jahresberichts noch aus.
Für den Fall, dass die Verlängerung des Gymnasiums auf 4 Jahre vom Souverän angenommen wird, hat RR Urs Wüthrich dem GBL bereits zugesichert, dass er bei der Umsetzung der Änderungen, welche dieses mit sich bringt, miteinbezogen wird.
GV 2009
Die Einladung von Roland Plattner und Alberto Schneebeli und auch die neue Form der GV mit vorgängigem Apéro hat sich positiv auf die Anzahl der Teilnehmenden an der GV ausgewirkt. Den Besucherinnen und Besuchern wurde ein nicht uninteressanter Einblick in die Tätigkeiten eines BKSD-Generalsekretärs und eines Stabstellenleiters gegeben, und einige Aussagen lassen auch für das Gymnasium hoffen. So meint Alberto Schneebeli, dass das Gymnasium wohl Mindeststandards brauche, es aber auf keinen Fall auf diese reduziert werden könne. Er glaubt weiter, dass zwar die Sekundarstufe II weiter wachsen werde, jedoch eher im Bereich der Berufsmatur als im Bereich des Gymnasiums. Der Zweck des Gymnasiums müsse weiterhin sein, besonders begabte Schülerinnen und Schüler auf die Universität vorzubereiten. Er betont zudem, dass es keine Pläne zur (Nach-unten-)Anpassung der Arbeitsbedingungen an die Nachbarkantone gebe. Patentrezepte gegen den in einigen Fächern auch auf der Gymnasialstufe deutlich spürbaren Lehrermangel hat er jedoch auch nicht.
Zusammenarbeit von GLK und GBL / Personelles
Nach dem Rücktritt von Matthias von Dach (Oberwil), Lukas Bühler (Liestal) und Jürg Siegrist (Muttenz) als GLK-Delegierte mussten diese Ämter neu verteilt werden. In Liestal übernahm Dennis Krüger die Delegiertenfunktion, in Muttenz und Münchenstein meldeten sich keine Interessentinnen oder Interessenten. Evelyne Balsiger (Muttenz) und Michael Weiss (Münchenstein) entschieden sich daher nach Absprache zwischen GLK und GBL, auch für diese Ämter zu kandidieren und sie so lange in Personalunion zu führen, wie keine weiteren Kandidaturen angemeldet werden. Evelyne Balsiger wurde zudem zur neuen Präsidentin der GLK (Nachfolge Matthias von Dach) gewählt. Sie tritt dafür auf Ende des GBL-Vereinsjahrs 2009/10 vom Co-Präsidium des GBL zurück, während Michael Weiss für das (dann wieder alleinige) GBL-Präsidium kandidiert. Unter diesen Umständen wurde weiter beschlossen, die Sitzungen von GLK und GBL zusammenzulegen, wobei Traktanden, welche nur den GBL betreffen, jeweils am Schluss dieser gemeinsamen Sitzungen behandelt werden sollten. Dieses Vorgehen bewährt sich seither sehr gut.
Lohnklagen BG und Sport
Der GBL bleibt in den beiden Arbeitsgruppen "Sport" und "Bildnerisches Gestalten" weiterhin involviert. Die Gleichstellung mit den wissenschaftlichen Fächern wird auf dem berufspolitischen Weg angestrebt. Im Rahmen der im Sommer 2010 von der Regierung eingeleiteten "Überarbeitung des Lehrerfunktionskataloges" standen die Diskussionen um die fachbezogenen zukünftigen Modellumschreibungen in den Fächern Sport und Bildnerisches Gestalten im Zentrum. Die Rückmeldungen der beiden Mandatsgruppen wurden durch Christoph Straumann vom LVB an die kantonale Arbeitsgruppe weitergeleitet.
Gleichzeitig wurde die vom Kantonsgericht geforderte Bewertung der Funktionen und Modellumschreibungen im Fach Sport auf SekI und SekII auf der Basis des Jahres 2001 diskutiert. Die Mandatsgruppe Sport erarbeitete ein Argumenatrium für eine sachgerechte Einreihung des Bereichs Sport zuhanden der paritätischen Bewertungskommission des Regierungsrates.
Keine Erhöhung der Mentoratsentschädigung
Da vor allem Lehrpersonen mit langjähriger Unterrichtserfahrung neue Lehrpersonen mentorieren, ist die Mentoratstätigkeit auf der Stufe Gymnasium tendenziell schlechter entlöhnt als der normale Unterricht. Dem wollte der GBL mit einer mit einer vom LVB mitgetragenen Petition, welche Verbesserungen auf allen Schulstufen gebracht hätte, abhelfen. RR Wüthrich hat dieses Ansinnen - angesichts der maroden Finanzen nicht überraschend - abgelehnt.
Bezahlte Lehrmittel
RR Urs Wüthrich hat uns in einem Schreiben am 3. Mai die Einsetzung einer Projektgruppe in Aussicht gestellt, welche die Frage der Bezahlung der Lehrmittel auf der Sekundarstufe II behandeln soll. Für den GBL soll Christian Oehrli (Oberwil) in dieser Projektgruppe Einsitz nehmen. Der GBL fordert, dass auf der Sekundarstufe II private Anschaffungen von Schulbüchern und ähnlichen Lehrmitteln bis 300 Fr. pro Jahr gegen Abgabe der Rechnungen vom Kanton entschädigt werden.
Pratteln, 11. September 2010
Michael Weiss

