Newsletter vom 15.01.2015: BaZ plant Veröffentlichung eines internen, vertraulichen LVB-Papiers

Newsletter vom 15.01.2015: BaZ plant Veröffentlichung eines internen, vertraulichen LVB-Papiers

Geschätzte Mitglieder

Ein Anruf aus der Redaktion der «Basler Zeitung» überbrachte der LVB-Geschäftsleitung heute Mittag die Nachricht, dass offenbar ein internes, vertrauliches Papier des LVB von unbekannter Seite der «Basler Zeitung» zugespielt worden sei. Dem Vernehmen nach wird die BaZ morgen Freitag möglicherweise zu einem oder mehreren der unten aufgeführten Themen eine «grosse Story» machen. Die LVB-Geschäftsleitung ist in mehrerlei Hinsicht befremdet und verärgert.

Bei dem vertraulichen Papier handelt es sich um eine Liste von Themen mit Erläuterungen, welche die LVB-Geschäftsleitung Ende Monat mit Mitgliedern des Landrats, darunter insbesondere denjenigen, die selbst LVB-Mitglieder sind, besprechen wollte. In Wahrung seiner parteipolitischen Neutralität hat der LVB hierbei den Kontakt zu allen Fraktionen des Landrats gesucht, um herausfinden zu können, wie die Befindlichkeiten in der Politik zu diesen Themen aussehen.

Da gemäss unserem jetzigen Wissensstand davon auszugehen ist, dass die BaZ morgen die Themen von sich aus und in der von ihr gewählten Art und Weise öffentlich machen wird, umreissen wir sie an dieser Stelle sogleich selber:

  • Die geplante fläckendeckende Umstellung auf neue Unterrichtsmodelle (Stichwort Lernlandschaften oder altersdurchmischtes Lernen) an verschiedenen Schulstandorten führt zu erheblichen Konflikten. Kritische Lehrkräfte kommen unter Druck und gesetzlich verankerte Rechte der Lehrpersonen, wie Mitsprache und/oder die freie Gestaltung des Unterrichts, werden nicht überall angemessen respektiert. Der LVB erachtet die Umsetzung neuer Modelle dort als problematisch, wo es nicht als Schulversuch von den Beteiligten gewollt mitgetragen wird, sondern für ganze Schulen verordnet werden soll. 
     
  • Die Resultate der aktuellen LCH-Berufszufriedenheitsstudie für den Kanton Baselland fallen durchs Band miserabel aus.
     
  • In der nächsten Ausgabe des lvb.inform wird ein Artikel die Frühfremdsprachen-Didaktik mit dem Lehrmittel «Mille Feuilles» kritisch hinterfragen und eine Umfrage bei den Primarlehrpersonen zu deren Erfahrungen anregen. Die Ausweitung der Frühfremd-Didaktik auf die Sek I erachten wir als problematisch. 
     
  • Die Tatsache, dass auf Sek I eine stattliche Anzahl an Lehrpersonen Fächer unterrichtet, für die sie nicht adäquat ausgebildet wurden, sehen wir mit grosser Sorge. Fachliche Ausbildung geniesst unserer Ansicht nach zu wenig Priorität. Das zeigt sich aktuell wieder im Bereich der geplanten Sammelfächer.
     
  • Die Gemeindestrukturreform droht die Anstellungsbedingungen der kommunal angestellten Lehrpersonen unter Druck zu setzen.

Der LVB hat es noch nie abgelehnt, sich sachlich pointiert zu äussern. Er tut dies jedoch immer mit Bedacht und ohne Effekthascherei. Wichtig ist dem LVB eine ausführlich-differenzierte Betrachtungsweise, die sich in den eigenen Publikationen niederschlägt. Ausserdem sucht der LVB stets das direkte Gespräch mit den anderen Akteuren im Bildungsbereich und tut dies auch im Kontext dieser Themen. Im laufenden Wahlkampf sieht sich der LVB als Themenhüter, nicht aber als weiteres Rädchen in der medialen Maschinerie. Ein mediales Austragen von allfälligen Konflikten entspricht nicht dem Stil des LVB.

Wer immer diese ausdrücklich als vertraulich gekennzeichnete Themenliste der BaZ zugespielt hat, handelt in grober Weise verbandsschädigend. Ein Berufsverband muss strategisch überlegt abwägen, wann, wo und wie er welches Thema aufs Tapet bringt, und es ist Sache der Geschäftsleitung und des Kantonalvorstands, diese Strategie festzulegen. Wer Verbandsinterna oder Arbeitspapiere an die Tagespresse weiterleitet, tut dies zum Schaden des LVB und der gesamten Lehrerschaft. Ein solches Verhalten zeugt von Verantwortungslosigkeit.

Der LVB lässt sich via Newsletter, Medienmitteilungen und die eigene Verbandszeitschrift lvb.inform vernehmen. Dabei steht die inhaltliche Auseinandersetzung im Mittelpunkt und der LVB nimmt für sich auch das Recht in Anspruch, Fehlentwicklungen kritisch zu hinterfragen. Von Kampagnen jeglicher Art hält sich der LVB als politisch neutraler Berufsverband fern, denn ein reisserisches Ping-Pong in der Öffentlichkeit dient der Institution Schule und deren Entwicklung nicht. An diesen Grundsätzen halten wir fest.

Ihre LVB-Geschäftsleitung


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