Erfolg für die LVB-Arbeitsgruppe „Qualität an den Schulen und in der Ausbildung der Sek I-Lehrpersonen”

Erfolg für die LVB-Arbeitsgruppe „Qualität an den Schulen und in der Ausbildung der Sek I-Lehrpersonen”

Geschätzte Mitglieder

Im Januar 2014 hat eine Gruppe von LVB-Mitgliedern sich als das Komitee „Qualität an den Schulen und in der Ausbildung der Sek I-Lehrpersonen” formiert, um sich dafür einzusetzen, dass der fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Ausbildung angehender Lehrpersonen für die Sek I wieder ein höherer Stellenwert eingeräumt werden soll. Das Erarbeiten eines entsprechenden Argumentariums und die Konzeption des gewählten Vorgehens entstand in intensiver Zusammenarbeit mit der LVB-Geschäftsleitung.

Konkreter Auslöser für das Engagement der Kolleginnen und Kollegen war die bevorstehende Einführung von Sammelfächern. Die ohnehin schon ausgedünnte fachliche Ausbildung in den Studienfächern mitsamt der dazugehörigen Didaktiken wäre gemäss den damaligen Plänen noch einmal massiv zusammengestrichen worden und hätte pro Fach gerade noch ein Dreissigstel (!) eines Masterstudiums ausgemacht. Im Weiteren war geplant, bereits berufstätige Lehrkräfte, welche für eines der Teilfächer eines zukünftigen Sammelfachs ausgebildet sind, lediglich mit Schnellbleichen für das Unterrichten eines ganzen Sammelfachs zu „befähigen”. 

Das Komitee und die LVB-Geschäftsleitung teilten die Ansicht, wonach Lehrpersonen mit unzureichender fachlicher und fachdidaktischer Kompetenz nicht nur eine Gefährdung für die Unterrichtsqualität und das Ansehen unseres Berufsstandes darstellten, sondern insbesondere in einem Fach wie Chemie ein veritables Sicherheitsrisiko wären.

Innerhalb weniger Wochen unterzeichneten 1156 Baselbieter Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen die Petition des Komitees „Qualität an den Schulen und in der Ausbildung der Sek I-Lehrpersonen”, in welcher Forderungen erhoben wurden, um die sich anbahnenden Entwicklungen zu verhindern. Die Petition wurde anlässlich der LVB-Delegierten- und Mitgliederversammlung vom 2. April 2014 dem damaligen Bildungsdirektor Urs Wüthrich-Pelloli übergeben und zwei Wochen später bei der Landeskanzlei eingereicht. Am 2. Oktober 2014 wurde sie im Landrat behandelt und als Postulat 2014-297 an die Regierung überwiesen. 

Am 5. Mai 2015 legte die Regierung ihre Antwort auf das Postulat vor. Sie sah die Anliegen des Postulats durch die geplanten Weiterbildungen (deren Umfang gerade einmal einen Drittel dessen ausmachen sollte, was die Petentinnen und Petenten gefordert hatten) als bereits erfüllt an und empfahl dem Landrat entsprechend, die Petition abzuschreiben.

Das Komitee „Qualität an den Schulen und in der Ausbildung der Sek I-Lehrpersonen” hat daraufhin noch einmal einen Brief an die Mitglieder der vorberatenden Bildungs-, Kultur- und Sportkommission (BKSK) verfasst und dargelegt, warum es seine Anliegen als nicht erfüllt ansieht. Später hat es auch alle übrigen Landratsmitglieder noch einmal brieflich angeschrieben.

Diese intensive Überzeugungsarbeit war nun erfolgreich. Bereits am 7. Oktober hat die BKSK einstimmig die Empfehlung an den Landrat ausgesprochen, die Petition als nicht erfüllt an die Regierung zurückzuweisen. Heute nun hat auch der Landrat stillschweigend  beschlossen, dem Antrag der BKSK Folge zu leisten.

Gleichzeitig können wir vermelden, dass auch an der PH FHNW bei der Neuakkreditierung der Sek I-Studiengänge die Forderungen des Komitees „Qualität an den Schulen und in der Ausbildung der Sek I-Lehrpersonen” mehrheitlich berücksichtigt wurden:

  • Neu soll der Anteil der Fachausbildung für jedes Fach 37 ECTS umfassen (bisher: 23 ECTS, Forderung des Komitees: 35 ECTS).
  • Die Ausbildung soll so aufgebaut werden, dass sie sowohl für Sammelfächer als auch für Einzelfächer anwendbar ist. Im Bachelorstudium sollen Kenntnisse in den Sammelfächern erworben werden, im anschliessenden Masterstudium soll mindestens ein Einzelfach aus dem Sammelfach vertieft werden müssen.
  • Die Fachausbildung für ein Sammelfach soll 55 ECTS umfassen (Die EDK verlangt nur gerade 40, das Komitee hatte 60 ECTS gefordert).


Dies ist ein grossartiger Erfolg des von Otto Schwarzenbach von der Sek Oberwil geleiteten Komitees, zu dem wir ihm und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern herzlich gratulieren! Einmal mehr zeigt sich, dass zähe, geduldige und hartnäckige Beziehungs- und Überzeugungsarbeit Früchte trägt, wie sie nur im Rahmen eines gut organisierten und vernetzten Berufsverbands möglich ist, dessen Anstrengungen auf langfristige Zielerreichungen hin ausgerichtet sind.  

Freundliche Grüsse

Ihre LVB-Geschäftsleitung


Weitere Informationen:
Petition des Komitees vom 5. Januar 2014 
Antwort der Regierung vom 5. Mai 2015
Bericht der BKSK vom 7. Oktober 2015 zur Antwort der Regierung vom 5. Mai 2015

 


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